......................die Zeitreise des Zierfandlers

Johannes Gebeshuber          Gumpoldkirchen


pioniere:     meine frau und ich

next generation:paul ferdinand

love: yes

 

erster wein: 1998 Spätrot

erster modler:    2003

erster modler vermarktet: 2010

holz: alle lagen doppel-barrique

bio: biologisch organisch

 

größe:       25ha

weißwein: 60%

musik im keller: AC/DC

facebook: ja 

hompage:http://www.weingut-gebeshuber.at/ 

auszeichnungen: 2016

falstaff„lage modler. zierfandler“, 2015: 94 punkte und bester weißwein der thermenregion„lage laim. rotgipfler“, 2015: 93 punktewirt + winzer – österreichs beste weißweine„vom muschelkalk. rotgipfler“, 2015: siegerwein, best of thermenregion„lage laim. rotgipfler“, 2015: 3 gläser„querfeldein in weiß“, gemischter satz, 2015: 3 gläserwein.pur magazinrotgipfler laim 2013: bio-trophy und bester bio-wein österreichs                  nö landesweinverkostung – 7 x gold: 

 

 


Johannes Gebeshuber war ursprünglich im Marketing tätig. Zum Weinbau ist er als Quereinsteiger gekommen nachdem seine Eltern im Besitz von einigen Weingärten waren, diese aber nicht selbst bewirtschafteten. Zusammen mit seiner Frau gründete er 1998 das Weingut Spätrot. Wenn man heute die Weine von Johannes Gebeshuber verkostet, dann zeigt sich welch ein Segen es für die ganze Region war, dass er eines der traditionsreichsten Weingüter der Gegend – ursprünglich erbaut vom damaligen Wiener Bürgermeister Karl Lueger, zuletzt im Besitz der Marktgemeinde Gumpoldskirchen - pachten und später erwerben konnte. 

 

Das Weingut ist schrittweise von knapp 4 ha auf mittlerweile 25 ha gewachsen. Für die Erweiterung der Rebflächen war Johannes immer schon auf der Suche nach ganz speziellen Hanglagen, wie z. B. die Lage Modler. Hier wächst ein Zierfandler heran, der als einer der besten Weißweine der Thermenregion schon zu einer eigenen Marke geworden ist. Wenn Weinliebhaber die Worte Modler, Laim (Grube) oder Viereck hören, beginnt ihr Weinherz rasch höher zu schlagen. Wenn sich jüngst auch noch die Namen Wiege – einst eine der berühmtesten Weinlagen in ganz Europa - und Student gesellen, dann weiß man, dass hier durch Johannes Gebeshuber sicher Großes zu erwarten sein wird. 

 

Johannes hat in einem gemeinsamen Konsortium mit Winzern wie Karl Alphart, Bernhard Stadlmann oder Johannes Reinisch ein wichtiges Projekt für die Region begonnen. Sie haben sich zum Ziel gesetzt den Zierfandler auf seinen ursprünglichen Klon zurück zu selektionieren um diese große Rebsorte wieder weniger krankheitsanfällig, dafür aber noch aromatischer heranwachsen lassen zu können. Einen besonderen Fokus setzen die Winzer auf die teilweise rötliche Färbung der Trauben vor der Ernte aus der das Synonym "Spätrot" entstanden ist. Im Volksmund sagt man, dass sich der Kreis immer wieder schließt. Das scheint tatsächlich so zu sein. So lässt sich erklären, dass ausgerechnet in der Lage Wiege schon lange vor der Übernahme durch Johannes, genau seine Klone ausgepflanzt worden waren. 

 

Anfänglich wurden im Weingut Spätrot 25 verschiedene Weine hergestellt. Eine Linie, die Johannes überdachte und auf eine vollkommen neue Philosophie setzte. Darauf basieren seine drei Vertriebslinien heute:  "querfeldein" – ein klassischer gemischter Satz bei dem ganz traditionell noch alle Traubensorten in einem einzigen Weingarten wachsen, "vom Muschelkalk" – Trauben aus den muschelkalkhältigen Lagen rund um Gumpoldskirchen und "die Lagen" – also Modler, Laim, Glas und Viereck. 

 

 

Querdenker gehen mitunter oftmals einen steinigeren Weg. Das kann man bei Johannes Gebeshuber mit Fug und Recht sicher auch behaupten. Aber der kompromisslose Weg, den er eingeschlagen hat, hat Weine hervorgebracht, die eine Benchmark in der Weinwelt der Thermenregion darstellen. Für Weingenießer hat sich sein steiniger Weg abseits der glatt asphaltierten Pfade schon lange ausgezahlt – mit Weinen im Glas, die bioorganisch ausgebaut wurden und durchaus auch Ecken und Kanten zeigen. Für die Generation seiner Kinder hat Johannes Gebeshuber auf alle Fälle mit Vision Nachhaltiges geschaffen. Und wer weiß - vielleicht wird er selbst eines Tages mit Hilfe seines Sohnes eine spannende Zeitreise zurück zu den Anfängen seiner Zierfandler-Klone machen können.