Gut ist nicht gut genug..................

 Othmar Biegler            Gumpoldskirchen

  • Pioniere: Manfred+Christina
  • Alter: Knapp über 40
  • Nexties: Maximilian und Veronika     

 

  • Erster Wein: 1982
  • Eine Neuburger Auslese wurde bei der Kremser Weinmesse mit 19,88 von 20 Punkten bewertet
  • Größe: 10Ha
  • Lieblingslage: Ried Grimling
  • Rotwein: 20%
  • Barriques:26  
  •                                      
  • Rock oder Klassik: Britisch Pop und Oper je nach Stimmung
  • Facebook: ja
  • HP:www.weingut-biegler.at
  • Top 100:  jedes Jahr                              

Besonderes: Kennt jeden seiner  Rebstöcke persönlich :-)

 

Othmar Biegler genießt den Ruf als Top-Weißwein-Winzer auch weit außerhalb Österreichs Grenzen. Da mag es vielleicht komisch klingen, aber die ersten beiden Weine, die mich vor langer Zeit besonders von ihm beeindruckten, waren ein Glas Rotgipfler Trockenbeerenauslese und ein Glas Cabernet Sauvignon aus seinem Weingut. In Wahrheit zeigt allerdings nur das große Können und die Vielseitigkeit  des Spitzenwinzers, den man wirklich zu Recht so nennen darf. Ich weiß seit damals, dass auch er einer der Winzer ist, der wirklich guten Süßwein machen kann und die Auszeichnung "bester Süßwein des Biosphärenparks Wienerwald" für seine Rotgipfler Trockenbeerenauslese 2013 bestätigt dies nur. Leider ist in den Köpfen der Weinliebhaber teilweise in Vergessenheit geraten, dass gerade Süßweine aus Gumpoldskirchen einmal Weltruf genossen haben. Nicht ohne Grund wurden sie am Hof der Zaren neben den besten französischen Süßweinen genossen. 

Ich habe den Othmar mittlerweile als einen Weinmacher kennengelernt, der wahrscheinlich nie ganz zufrieden mit seinen Weinen sein wird - immer am Überlegen, was könnte noch besser sein, wo wäre noch eine Nuance in der Weingartenarbeit zu verbessern, war es wirklich der richtige Tag für die Lese oder hätten die Trauben noch ein paar Tage am Rebstock verbringen können. Wir als Konsumentinnen und Konsumenten bekommen davon zum Glück nichts mit, denn die Weine des sympathischen Winzers aus Gumpoldskirchen sind immer ein Spiegelbild der Lage und Sorte. Nur wenige Winzer in der Thermenregion bauen ihre Weine so sortentypisch und gebietsbetont aus wie er - glasklar, oft verbunden mit einem Hauch tropischer Noten, macht er Weine, die Trinkspaß und immer Lust auf ein zweites Glas machen.

Gerne denke ich noch an die Zeiten zurück als die Familie den wunderschönen Heurigen im Herzen von Gumpoldskirchen betrieben hat. Hier konnte man sich nämlich vor Ort in heimeliger Atmosphäre überzeugen wie gut sich die feinen und vielschichtigen Weine als hervorragende Speisen-Begleiter eignen. Das Preis-Leistungsverhältnis seiner Weine kann sich sehen lassen und das ist mit einer der viele Gründe, dass seine Weine auch immer häufiger zu idealen Menübegleitern in der Gastronomie angeboten werden. So zur Zeit als Winzer des Monats im Klostergasthaus Thallern.


Ried Grimling bzw. Grimmling Gumpoldskirchen

An der Ortsausfahrt von Gumpoldskirchen Richtung Baden führt eine schmale Straße direkt in die Weingärten. Dort kommt man direkt zum Weinwanderweg an dessen Wegführung man viel Wissenswertes über den Weinbau in Gumpoldskirchen erfahren kann. Gelangt man zur alten Weinpresse,  steht man schon mitten in der Ried Grimmling. 

Das schöne Gumpoldskirchner Schloss fällt als erstes ins Auge. Für uns als Weinliebhaber ist aber noch viel wichtiger der Blick Richtung Anninger, direkt zu den Felsen die diese Lage umgrenzen. In Urzeiten war dies die Brandungsgrenze wo das Meer auf das Land getroffen ist. Hier gibt es eine spezielle Steinformation, die aus drei verschiedenen Kalkgesteinen besteht. In Othmar Bieglers Riesling schmeckt man eine spezielle Mineralik. Diese rührt aus verschiedenen Faktoren: einerseits aus dem Muschelkalk, der durch Ablagerungen an dieser Brandungsgrenze entstanden ist. Dann auf der anderen Seite durch den Kalk, den sogenannten Dachsteinkalk, aus dem die umliegenden Felsen bestehen. Und zuletzt aus einer Ablagerung aus Dolomit, der im angrenzenden Steinbruch vorgefunden wird. 

Sehr interessant ist auch ein Blick auf die Gegebenheit des Bodens, der hier sehr tiefgründig ist und dadurch dass die Wurzeln der Rebstöcke sehr weit in die Tiefe gehen, kommt diese Lage ohne künstliche Bewässerung aus. 

Meine persönliche Meinung ist, dass der beste Teil dieser Lage eigentlich verwaldet ist. Bei genauem Hinschauen sieht man noch die Terrassen, die früher fast bis in den Felsen hinein angelegt wurden. Gerne würde ich wissen, wie mineralisch diese Weine erst sein würden, wenn man diese Lage so wie seinerzeit nützen könnte. Hat man einen Schluck von Othmars Riesling mit seiner extrem anhaltenden Salzigkeit im Mund, dann kann man eine ungefähre Vorstellung davon bekommen.