Alles, nur nicht Durchschnitt

Karl und Florian Alphart    Traiskirchen

  • Pioniere: Weinbau seit 1762 die Eltern Karl und Elisabeth
  • Alter: zusammen über 40
  • Love&Mother:Elisabeth                                                
  • Erster Wein von Karl:     1980
  • Erster gemeinsamer Wein mit Florian:       2013           
  • Größe:        28 ha  
  • Lieblingslage: Rodauner
  • Barriques:     200
  • Rotwein: 20%                                             
  • Rock oder Klassik: Jede Richtung je nach Stimmung

 

Facebook: JA

HP: www.alphart.com

Heuriger: JA

 

Top100 in den letzten 5 Jahren:

Wenn wirklich große Namen österreichischer Winzer fallen, darf der Name Alphart nicht fehlen. Engst verbunden mit diesem Namen ist die Lage Rodauner, die mit dem dort ausgepflanzten Rotgipfler weit über unsere Grenzen hinaus berühmt ist. Winzer des Jahres bei Falstaff, Trophee Gourmet bei

A la Carte, Sortensieger mit zahlreichen Weinen - das sind nur ein paar der vielen Auszeichnungen, die das Weingut schon verliehen bekam.

Karl Alphart ist einer der Vordenker in der Thermenregion und seine Einstellung "Alles, nur nicht Durchschnitt" hat er auch an seinem Sohn Florian weitergeben können.

Bei meinem ersten Besuch im Weingut Alphart war es Karls Liebe zu den Burgunder-Weinen und der erste Chardonnay im Barrique, die mich besonders beeindruckten.Ein Glas perfekter Rotgipfler, in dem sich die Region mit ihren mineralischen Böden und dem einzigartigen Klima wiederspiegeln, war noch eine Vision, die mittlerweile mit dem Rodauner Rotgipfler zu einem Kult-Wein avancierte und immer wieder aufzeigt wie delikat ein perfekt ausgebauter Wein dieser Traubensorte schmecken kann. 

Das Weingut wurde in den letzten Jahren modernisiert und der Keller auf den technisch letzten Stand gebracht. In diesem werkt jetzt Florian Alphart und  schon nach ein paar Worten fällt auf, dass er nicht nur das Können von seinem Vater geerbt hat, sondern auch dessen Leidenschaft für die Burgunder-Sorten.

Ich bin überzeugt davon, dass wir aus seinen Händen noch großartige Chardonnays und Pinot Noirs erleben werden, die keinen internationalen Vergleich scheuen müssen. Auf der Suche nach den perfekten Lagen auf denen ihre klein-beerigen Klone optimale Bedingungen vorfinden, sind die beiden Winzer oberhalb von Pfaffstätten fast schon im Wald des Anningers mit dem Rosengarten fündig geworden. Die Rebstöcke sind dort jetzt gerade einmal drei Jahre alt, werden aber Generationen von Burgunder-Liebhabern viel Freude bereiten.

Der Motor, der die Thermenregion in Bewegung hält, wird mit diesen beiden Triebwerken mit an Bord sicher nicht ins Stottern geraten oder wie der Karl sagt "Man muss nur die richtigen Knöpfe drücken".

 

Nach einer Degustation im neu gestalteten Verkostungsraum sollte man zu den Aussteckterminen unbedingt in den liebevoll gestalteten Heurigen einkehren. Elisabeth und ihr Team kochen dort den Weinen angepasst außergewöhnlich gute Heurigenklassiker und dazu immer wieder kreative Gerichte je nach Saison. Ob Spargel, Wild oder Gansl - ein Besuch zahlt sich immer aus. Hier findet man die Verbindung bester regionale Küche, qualitativ herausragender Weine gepaart mit herzlicher Gastfreundschaft. 


 

 

Karl und Florians Lieblingslage

Rodauner 

Benannt ist diese Lage nach der Kirche Rodaun aus Wien, der dieser Weinberg einmal gehörte. Die Familie Alphart besitzt seit mehr als hundert Jahren Lagen auf diesem Weinberg und hat  mittlerweile einen Anteil von 2,5 Hektar. Nach dem Ankauf einer Lage wird dem Boden einmal drei Jahre Zeit zur Regeneration gegeben um optimale Bedingungen für eine Neuauspflanzung zu schaffen. Dies spürt man bei jedem Schritt, wenn man den Hügel entlang der Lage erklimmt. Oben angekommen  ist man überwältigt und erahnt warum hier so gute Weine gedeihen. Man spürt förmlich die Kühle der Fallwinde, die vom Anninger im Hintergrund wehen, die Urbanus-Kapelle vor der Ried Mandelhöhe liegt wie gemalt inmitten der Weingärten und der Rundumblick auf die Weingärten um Gumpoldskirchen und Traiskirchen ist großartig. Doch am auffälligsten ist der Tunnel, der durch den Weinberg führt. Angeblich hatten es Kaiser Ferdinand die Gumpoldskirchner Weine so angetan, dass er hier den ersten Eisenbahntunnel Österreichs bauen ließ um beim Ausbau der Südbahn die wertvollen Lagen auf dem Katzbühl nicht zu zerstören. Allerdings dürfte es sich eher um eine Begradigung der Strecke gehandelt haben um Zeit zu sparen. Aber erstere Geschichte finde ich netter.

Sowohl dies war für die Lage Rodauner von großer Bedeutung als auch die Bauweise des Tunnels, die vielleicht für die extreme und einzigartige Mineralik der Weine mitverantwortlich sein könnte. Es wurde nämlich der ganze Berg abgetragen, eine Durchfahrt mit speziellen Ziegelsteinen gemauert und danach der ganze Berg wieder aufgeschüttet. Bei dieser Aktion dürfte nämlich fast das ganze Gestein -Muschelkalk-Verwitterung -aus dem Untergrund auf die Lage Rodauner verteilt worden sein. Es könnte durchaus sein, dass dieser Gesteinsboden nun die Weine mit prägt. Die Weine, die hier gedeihen, fallen außer ihrer schon erwähnten einzigartigen Salzigkeit auch durch ihre große Finesse auf, die immer mit einem Touch exotischer gelber Früchte einhergeht - für mich meist in Richtung Ananas und Mango.

 

Der Tunnel wurde im Volksmund auch Busserltunnel genannt, weil für die 166m Länge des Tunnels das Licht nicht eingeschalten wurde und sich in dieser Zeit gerade ein Busserl für die Sitznachbarin ausgegangen ist. Ich glaube heute geht oder bleibt das Licht an, aber ein Busserl sollte sich immer ausgehen :-).