Georg  .......rockt den Gaumen

Georg Nigl          Perchtoldsdorf 

  • Pioniere:  Georg selbst + die Oma
  • Alter: etliches unter 40
  • Love: Helene
  • Nutztier: Pinot ...hat bei uns in der Firma schon Einbrecher vertrieben!
  • Größe:   12HA  
  • Rotwein: 60%
  • Erster eigener Wein:   mit 14!      
  • Lieblingslage:  Ried Haspel   
  • Rock oder Klassik:    
  • Facebook:         Ja
  • Homepage:     www.nigl.com und wieder in Planung www.pinotnoir.at (weil`s alle kennen :-) )  
  • Heuriger:        Ja
  • Besonderes:   Trauungen im Weingarten mit Feier  in der Weinhalle 
  • Top 100 in den letzten 5 jahren   

 

Wäre Georg kein Winzer geworden, würde auf alle Fälle Rockstar recht gut zu ihm passen. Unkoventionell, immer gegen den Mainstream, voll hipp mit Ecken und Kanten, jedoch dabei extrem sympathisch. Ich persönlich bin froh, dass er Winzer geworden ist und nicht irgendwo eine Bühne rockt, denn dann würden seine Lagenweine jetzt nicht meinen Gaumen rocken und immer wieder fordern.

Dynamisch und mit immer neuen Ideen, bewirtschaftet er ein hochmodernes Weingut, das er 2005 mit seiner Frau Helene eröffnet hat.  Es werden zwei Weinlinien vermarktet - einerseits die Gutsweine, diese stammen von der Großlage "Weisser Stein", die nur eine Bezeichnung für alle Weinflächen in Perchtoldsdorf ist, und als Oberklasse die Lagenweine, die wie der Name schon sagt, von den besten Lagen des Weinguts stammen. 

Georgs Aussage, "Er müsse wissen wie die besten Weine der Welt schmecken um dorthin arbeiten zu können", erklärt wohl unser erstes zufälliges Zusammentreffen bei einer Horizontalverkostung aller Jahrgänge des berühmten Ried Marienthal  von Ernst Triebaumer.

Wenn man mit Georg durch seine Weingärten geht, beginnt er über die schöne Gegend und die perfekten Böden seiner Lagen zu schwärmen. Diese regionale Typizität, gepaart mit seinem handwerklichen Können, in ein perfektes Glas Wein zu packen, ist jedes Jahr sein Ziel und der Fingerabdruck auf seinen Flaschen soll als ein Zeichen dafür stehen. Hier gewinnt man den Eindruck, dass er trotz seiner jungen Jahre schon wirklich viel bewegt hat. Es hat den Anschein, dass er wohl schon als Vierzehnjähriger, als er von seiner Oma die ersten 100 Rebstöcke geschenkt bekam, darüber nachzudenken begann welche Reben sich auf welchen Lagen am Besten entfalten könnten. 

Seine große Leidenschaft gilt dem Pinot Noir und ich schreibe die Sorte Blauer Burgunder hier absichtlich französisch! Ich hab in einem Fachmagazin als Schluss-Resumée für einen seiner Pinot Noirs gelesen "nichts für Anfänger" und das passt eigentlich recht gut auf seine gesamte Lagen-Weinauswahl. Kräftig sowohl in der Farbe als auch im Geschmack, wirken die meisten seiner Weine in der Jugend rau und unharmonisch, entfalten sich aber nach einer notwendigen Reifezeit zu höchst vielschichtigen und charaktervollen Weinen, die richtig Spaß beim Trinken machen. Diesen gibt der Winzer von Anfang an so viel Spielraum wie nur möglich, um sich natürlich entwickeln zu können. So wird seit 15 Jahren kein mineralischer Dünger mehr verwendet, die Böden der Weingärten werden durch den Aufbau einer natürlichen Humusschicht am Leben erhalten und  auch die weißen Rebsorten erhalten eine Maischestandzeit. Da keine künstlichen Hefen zugefügt werden, erfolgt die Gärung spontan mit all ihren vielschichtigen Nebenaromen.

Probiert jetzt seine 2011er Weine, die er natürlich erst jetzt auf den Markt bringt und ihr werdet sehen, wie toll sich die Weine entwickeln und wie haltbar diese sind.

Georgs Lieblingslage 

Ried Haspel 

Das Schöne an den besten Lagen ist wohl, dass diese im Regelfall nur zu Fuß erkundet werden können. Wenn ihr euch diese Lage ansehen wollt, solltet ihr dies, je nach Kondition, mit einer kürzeren oder längeren Wanderung verbinden. Am besten startet ihr bei Helenes und Georgs Heurigen und wandert einfach die Kunigundbergstraße weiter Richtung Weingärten, bis ihr am Waldrand die Aussichtsplattform erreicht habt. Von dort aus kann man  fast die ganze Großlage Weisser Stein, die als Bezeichnung für alle  Weinbauflächen Perchtoldsdorfs gilt, überblicken. Auf dem Weg dorthin befindet sich die Riede Haspel, die auch hin und wieder Haschpl genannt wird. Nicht nur der Blick auf die Burg macht sie zu einer der schönsten Lagen der Thermenregion.

Die hier gekelterten Weine sind geprägt vom kalkhaltigen Boden, vermischt mit rotem Tonschiefer. Solcher Tonschiefer prägt auch viele Rieslinge in den großen Lagen in deutschen Weinbaugebieten. Die Weine von der Ried Haspel weisen eine sehr feine, fast seidige Struktur mit enormer Spannung auf und die Lage direkt am Waldrand sorgt für die notwendige Kühle und Durchlüftung. Diese verleiht den Weinen die typische Vielschichtigkeit und Finesse. Die Lage am Waldrand zieht gelegentlich aber auch ungebetene Besucher an. Gegen die Wildschweine, die 2002 fast 80 % des Merlots von Georgs Rebstöcken gefressen hatten, wurde mittlerweile ein Zaun gebaut.

Übrigens: Georgs Lagen kann man auch als nicht-ortskundiger Spaziergänger an den kleinen roten Schildern gut erkennen, die einerseits ihn als Winzer und andererseits die jeweilige Rebsorte markieren.

Als Abschluss der Wanderung sollte man, wenn geöffnet ist, unbedingt in die Buschenschank einkehren.Dort werden von der Hausherrin Helene, kleine Gerichte saisonal angepasst, in bester Qualität angeboten. Man kann in der gemütlichen Stube Platz nehmen oder sollte das Wetter schön sein, in einem der schönsten Gastgärten in Perchtoldsdorf  sitzen. Die besten Weine glasweise genießen und über den Fingerabdruck sinnieren. Lets rock!